Die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit des christlichen Glaubens steht und fällt mit der Frage, ob Jesus Christus wirklich vom Tod auferweckt wurde und damit göttlich ist. Lässt sich die Auferweckung Jesu Christi beweisen?

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In der Vergangenheit liegende, einmalige Ereignisse können niemals naturwissenschaftlich bewiesen werden. Dies liegt darin begründet, dass nur solche Sachverhalte naturwissenschaftlich beweisbar sind, die sich unter kontrollierten, experimentellen Bedingungen wiederholen lassen. Da in der Vergangenheit liegende, einmalige Ereignisse jedoch grundsätzlich nicht wiederholbar sind, können sie auch niemals naturwissenschaftlich bewiesen werden. Stattdessen muss die Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit eines in der Vergangenheit liegenden, einmaligen Ereignisses auf Basis der existierenden historischen Fakten und Indizien beurteilt werden.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob sich die Auferweckung Jesu Christi beweisen lässt, sondern ob die historischen Fakten und Indizien eher dafür oder eher dagegen sprechen. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass das Christentum die einzige große Religion darstellt, die sich auf ein konkretes historisches Ereignis stützt und die damit einer Überprüfung unterzogen werden kann. Bei diesem Ereignis handelt es sich um die angebliche Auferweckung der historischen Person „Jesus von Nazareth“, da der christliche Glaube nur dann wahr ist, wenn Jesus tatsächlich vom Tod auferweckt wurde. Im Folgenden soll daher erörtert werden, ob die existierenden historischen Fakten und Indizien eher für oder eher gegen die Auferweckung Jesu sprechen.

Zunächst einmal ist es eine unbestrittene Tatsache, dass das Christentum im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden ist und bis heute existiert. Mit Hilfe der Kreuzzüge - dem wohl grauenvollsten Kapitel in der Geschichte des Christentums - kann diese Tatsache nicht erklärt werden, da die Kreuzzüge erst im Mittelalter stattfanden, als das Christentum längst zu einer etablierten Religion aufgestiegen war. Im Gegensatz dazu herrschte im 1. Jahrhundert n. Chr. eine völlig andere Situation: Die Apostelgeschichte (Apg) legt dar, dass die erste christliche Kirche lediglich für einige wenige Wochen oder Monate die Möglichkeit hatte, sich frei zu entfalten. Bereits in Apg 4 ist von einem ersten Verhör der Apostel Petrus und Johannes die Rede. Und spätestens mit der Ermordung des Diakons Stephanus setzte laut Apg 7 eine strenge Verfolgung der ersten Christen ein. Alle Menschen, die sich nach Jesu Tod öffentlich zu Jesus als Sohn Gottes bekannten, befanden sich somit in potenzieller Lebensgefahr. Wie lässt es sich erklären, dass unter solch feindlichen Bedingungen im 1. Jahrhundert n. Chr. das Christentum als neue Religion entstehen und Bestand haben konnte?

Im direkten Anschluss an Jesu Tod herrschte unter den Anhängern Jesu zunächst eine große Angst und Hoffnungslosigkeit, da die Anhänger Jesu ihre Erwartungen an Jesus enttäuscht sahen und sich nicht zu Jesus als Sohn Gottes bekennen wollten. So löste sich die „Jesus-Bewegung“ nach Jesu Tod zunächst fast vollständig auf und jeglicher Rückhalt in der Bevölkerung schlug in Enttäuschung und Ablehnung um. Diesbezüglich unterschied sich Jesus anfangs also nicht von vielen anderen vermeintlichen „Messiassen“, die im Römischen Reich auftraten und die meist ebenfalls von den jeweiligen Befehlshabern ermordet wurden (vgl. hierzu z.B. die Makkabäer oder Simon bar Kochba). Doch während alle anderen vermeintlichen Messiasse nach ihrem Tod schnell in Vergessenheit gerieten, passierte im Falle von Jesus etwas absolut Unerwartetes. So berichten Historiker davon, dass kurze Zeit nach Jesu Tod mehrere hundert Menschen - darunter auch ehemalige Skeptiker und Gegner Jesu - plötzlich öffentlich und uneingeschränkt die Botschaft von der Auferweckung Jesu verkündeten und sich zu Jesus als Sohn Gottes bekannten. Einige von ihnen bezahlten hierfür später sogar mit ihrem eigenen Leben.

Wie ist es möglich, dass nur wenige Tage nach Jesu Tod plötzlich eine junge christliche Bewegung entstand, die vor Selbstbewusstsein, Energie und Zuversicht nur so strotzte? Wie kann es sein, dass wenige Wochen nach dem katastrophalen Ende der „Jesus-Bewegung" plötzlich die erste christliche Kirche mit mehreren hundert Mitgliedern ins Leben gerufen wurde? Wie ist es zu erklären, dass wenige Monate nach Jesu Tod eine zunehmende Zahl von Christen ohne Eigennutz ihr Leben riskierte und teilweise sogar opferte, um die Botschaft von der Auferweckung Jesu in ganz Israel und im Mittelmeerraum zu verkünden?

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die ersten mehreren hundert Christen nicht daran glaubten, dass Jesus vom Tod auferweckt wurde, sondern dass sie behaupteten, es zu wissen. Sie behaupteten, dem vom Tod auferweckten Jesus tatsächlich persönlich begegnet zu sein. Für diese Gewissheit und diese Überzeugung riskierten sie ihr Leben - nicht primär für einen Glauben. Wie ist das zu erklären?

Wenn man die Möglichkeit, dass Jesus tatsächlich vom Tod auferweckt wurde, kategorisch ausschließen möchte, dann verbleiben lediglich drei alternative Erklärungsoptionen:

  1. Die ersten Christen haben die Geschichte von der Auferweckung Jesu frei erfunden und das gesamte Christentum basiert auf einer großen Lüge. 
  2. Die ersten Christen waren wirklich von der Auferweckung Jesu überzeugt, aber nur deswegen, weil sie alle an Wahnvorstellungen litten. 
  3. Die ersten Christen waren wirklich von der Auferweckung Jesu überzeugt, aber Jesus war bei seiner Kreuzigung gar nicht gestorben, sondern er hatte sie überlebt. 

Denkbar wären grundsätzlich alle drei Optionen; doch es stellt sich die Frage, wie wahrscheinlich sie sind: 1. Wie wahrscheinlich ist es, dass die ersten Christen für etwas ihr Leben riskierten, von dem sie mit absoluter Sicherheit wussten, dass es nicht wahr ist, da sie es selbst erfunden hatten? 2. Wie wahrscheinlich ist es, dass die ersten Christen alle zur gleichen Zeit plötzlich Wahnvorstellungen erlitten und fest davon überzeugt waren, unabhängig voneinander dem vom Tod auferweckten Jesus persönlich begegnet zu sein? 3. Wie wahrscheinlich ist es, dass Jesus seine mehrstündige Kreuzigung trotz der Anwesenheit zahlreicher Zeugen überlebte und nach drei Tagen ohne Essen und Trinken wieder vollkommen gesund war?

Um es nochmals zu betonen: Die ersten mehreren hundert Christen glaubten nicht daran, dass Jesus vom Tod auferweckt wurde, sondern sie behaupteten, es zu wissen. Sie behaupteten, dem vom Tod auferweckten Jesus tatsächlich persönlich begegnet zu sein. Für diese Gewissheit und diese Überzeugung riskierten sie ihr Leben - nicht primär für einen Glauben. Damit unterscheidet sich der Beginn des Christentums von allen anderen großen Religionen, da sich alle anderen Religionen nicht auf ein konkretes historisches Ereignis (hier: die Auferweckung Jesu) stützen, sondern auf Überlieferungen und Traditionen, die keiner historischen Überprüfung zugänglich sind. Die Aussagen in der Bibel, dass Jesus tatsächlich vom Tod auferweckt wurde und anschließend mehreren hundert Menschen erschienen ist, können daher so lange als die plausibelste Erklärung für die Entstehung und schnelle Verbreitung des Christentums im 1. Jahrhundert n. Chr. gelten, bis eine andere, schlüssigere Erklärung für das Verhalten der ersten Christen präsentiert wird.

Die eigentliche Herausforderung, daran zu glauben, dass Jesus vom Tod auferweckt wurde und damit der Sohn Gottes ist, besteht allerdings darin, ein Weltbild, das besagt, dass Wunder unmöglich sind und Menschen grundsätzlich nicht vom Tod auferweckt werden können, auszutauschen gegen eine Weltsicht, die von einem allmächtigen Gott ausgeht und aus deren Perspektive die Auferweckung Jesu vollkommen logisch und sinnvoll erscheint.

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