Warum machen wir uns gemäß der Bibel gegenüber Gott schuldig, wenn wir seine Existenz, Liebe und Gerechtigkeit ablehnen?

Hinweis: Per Mausklick können Sie sich zu allen farbig markierten Sätzen entsprechende Erläuterungen anzeigen lassen.

Grundsätzlich liegt es in der Natur von uns Menschen, Dinge anzuzweifeln, die wir mit unseren eigenen Augen nicht sehen können. Dass wir Menschen Zweifel daran haben, dass Gott existiert, ist also zunächst einmal nicht ungewöhnlich und kann sogar notwendig sein, um durch entsprechende Fragen mehr über die mögliche Existenz Gottes zu erfahren. So beschäftigt sich interessanterweise jeder Mensch irgendwann im Laufe seines Lebens mit den Fragen, ob es einen Gott gibt und wer dieser Gott ist.

Exkurs: Lässt sich die Existenz Gottes beweisen?

Wie die Ausführungen unter dem obigen Link zeigen, hat die Frage nach der Existenz Gottes einen entscheidenden Einfluss auf unser Welt- und Menschenbild und damit auf unser alltägliches Leben: Atheisten lehnen den Glauben an das Übernatürliche grundsätzlich ab und gehen stattdessen davon aus, dass alles Existierende ausschließlich aus Energie und Materie besteht. Dies bedeutet, dass jegliche Existenz das Resultat energiebasierter chemischer Reaktionen zwischen Atomen darstellt - alles darüber Hinausgehende wäre per Definition übernatürlich und wird deshalb abgelehnt. Auch wir Menschen sind demnach letztlich nichts anderes als die Summe und das Resultat deterministischer biochemischer Reaktionen zwischen Atomen. Unser Verstand, unsere Emotionen und unser Gewissen sind laut den Annahmen des Atheismus nicht real, sondern sie stellen lediglich durch biochemische Reaktionen verursachte Illusionen in unserem Gehirn dar. Jegliches Denken und Argumentieren sowie jedweder Einsatz für Liebe und Gerechtigkeit in der Welt werden durch ein solches Welt- und Menschenbild ad absurdum geführt.

Was ist im Gegensatz dazu das Welt- und Menschenbild des Theismus?

Im Theismus - und insbesondere im christlichen Glauben - wird davon ausgegangen, dass wir Menschen mehr sind als die Summe und das Resultat deterministischer biochemischer Reaktionen zwischen Atomen. So beruht der christliche Glaube auf der Überzeugung, dass zusätzlich zu unserer natürlichen Welt ein übernatürlicher Gott existiert, der der Ursprung und Inbegriff von Intelligenz, Liebe und Gerechtigkeit ist. Hierdurch kann nach Ansicht von Christen erklärt werden, warum wir Menschen einen Verstand besitzen und uns in unserem tiefsten Inneren nach Liebe und Gerechtigkeit sehnen. Denn Phänomene wie Verstand, Liebe und Gerechtigkeit können nur dann real sein, wenn sie keine biochemischen Illusionen in unserem Gehirn darstellen, sondern übernatürlichen, göttlichen Ursprungs sind. Ein theistisches Welt- und Menschenbild gibt unserer Existenz und unserem Streben nach Liebe und Gerechtigkeit einen tieferen Sinn, der sich mit unserer Wahrnehmung und persönlichen Erfahrung in der Realität deckt.

Exkurs: Lässt sich die Evolutionstheorie mit dem Glauben an Gott vereinbaren?

Exkurs: Lässt sich das Leid in der Welt mit dem Glauben an einen liebevollen und gerechten Gott vereinbaren?

Die entscheidende Frage lautet nun, ob das atheistische oder das theistische Welt- und Menschenbild wahr ist. Sind Phänomene wie Verstand, Liebe und Gerechtigkeit biochemische Illusionen oder Realität? Betrachtet man die Welt mit ehrlichen Augen und offenem Herzen, so wird man erkennen, dass sich jeder Mensch in seinem tiefsten Inneren nach Liebe und Gerechtigkeit sehnt: Die selbstlose Liebe einer Mutter zu ihrem Kind, die wahre Liebe zwischen Mann und Frau sowie die tiefe Genugtuung, die wir verspüren, wenn ein Kriegsverbrecher für seine Massaker an Frauen und Kindern lebenslänglich bestraft wird, zeigen, wie fundamental und real die menschliche Sehnsucht nach Liebe und Gerechtigkeit ist. Aus Gottes Sicht beginnt die Schuld von uns Menschen daher in dem Moment, in dem wir behaupten, dass unsere tiefe Sehnsucht nach Liebe und Gerechtigkeit lediglich eine biochemische Illusion in unserem Gehirn darstellt und dass Gott nicht existiert. Wir selbst spüren, dass wir durch eine solche Einstellung unsere eigene Identität verleugnen, da wir in unserem tiefsten Inneren wissen, dass unsere Sehnsucht nach Liebe und Gerechtigkeit so real und so wundervoll ist, dass sie eigentlich nur göttlich sein kann - gleiches gilt für die zahlreichen „Wunder der Natur“.

Welche Konsequenzen hat unsere Ablehnung gegenüber Gott?

Wenn wir Gottes Existenz, Liebe und Gerechtigkeit ablehnen, dann können wir unsere Erfüllung nicht länger in Gott, sondern ausschließlich in anderen Personen und Dingen sowie in uns selbst suchen (z.B. in Freunden, einem Liebespartner, Arbeit, Geld oder Ansehen). Doch da alle anderen Personen und Dinge - genauso wie wir selbst - unvollkommen und vergänglich sind, wird unsere Hoffnung auf Erfüllung immer wieder aufs Neue durch sie enttäuscht (z.B. im Falle einer zerbrochenen Liebesbeziehung, beruflichem Misserfolg, finanziellen Schwierigkeiten oder gesundheitlichen Problemen). Schlimmer noch: Indem wir uns vollständig über bestimmte Personen und Dinge definieren (z.B. über unsere Arbeit, unseren Liebespartner, unser Geld, unser Aussehen oder unsere Intelligenz), machen wir unser persönliches Glück und unseren Selbstwert voll und ganz von der Qualität dieser Personen und Dinge abhängig. Jede persönliche Enttäuschung (z.B. der Zerbruch einer Freundschaft, der Verlust einer Arbeitsstelle oder das Erleiden einer schweren Krankheit) wird dadurch zu einer potenziellen Bedrohung für unsere Identität. Dies bedeutet nicht, dass wir uns nicht auf andere Menschen einlassen und die schönen Dinge des Lebens nicht genießen dürfen - im Gegenteil. Doch sobald wir unsere Hoffnung auf Erfüllung ausschließlich in andere Personen und Dinge oder in uns selbst anstatt in Gott setzen, laufen wir ständig Gefahr, zutiefst enttäuscht und verletzt zu werden. Dies führt zu einer kontinuierlichen Unsicherheit und Instabilität in unserem Leben, an deren Last wir zunehmend innerlich „zerbrechen“. Die Entscheidung, Gottes Existenz, Liebe und Gerechtigkeit abzulehnen, macht uns dadurch letztlich nicht zu glücklicheren, sondern zu unglücklicheren Menschen.

Was sind die Folgen unserer persönlichen Enttäuschungen und Verletzungen?

Aufgrund unserer persönlichen Enttäuschungen und Verletzungen drohen wir, immer verbitterter oder abgeklärter zu werden. Zudem sind wir so sehr mit der Bewältigung oder Verdrängung unserer eigenen Probleme beschäftigt, dass wir nicht mehr dazu in der Lage sind, in vollkommen liebevoller und gerechter Beziehung mit unseren Mitmenschen zu leben. Stattdessen neigen wir dazu, andere Menschen für ihre Schwächen und Fehler zu verurteilen, um uns gegenüber unseren Mitmenschen zu profilieren und uns selbst besser zu fühlen. So ist jeder Mensch von Zeit zu Zeit schadenfroh, beleidigend, zornig, neidisch, unehrlich oder überheblich. Durch unser oft liebloses und ungerechtes Verhalten verletzen wir unsere Mitmenschen und gefährden langfristig unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Außerdem schaden wir mit der Zeit auch uns selbst, denn je häufiger wir uns lieblos und ungerecht verhalten, umso stärker prägt dies unseren eigenen Charakter. Doch anstatt unsere häufige Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit einzugestehen und ehrlich zu bereuen, geben wir anderen Personen und Dingen die Schuld an unserer Situation und verlieren unseren Glauben an einen liebevollen und gerechten Gott meist vollständig. Durch diese Einstellung sowie durch den Schaden, den wir mit unserer Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit in der von Gott erschaffenen Welt anrichten, kränken wir Gott zutiefst und machen uns ihm gegenüber schuldig.

Was ist der Ausgangspunkt und die Konsequenz unserer Schuld?

Der Ausgangspunkt unserer Schuld liegt in einem Welt- und Menschenbild, in dem wir Gottes Existenz, Liebe und Gerechtigkeit ablehnen und vergeblich danach streben, unsere Erfüllung ausschließlich in anderen Personen und Dingen oder in uns selbst anstatt in Gott zu finden. Die Konsequenz dieses vergeblichen Strebens spiegelt sich in unserer unheilen, zerbrochenen Welt wider, in der sich alle Menschen zwar zutiefst nach Liebe und Gerechtigkeit sehnen, sich aufgrund persönlicher Enttäuschungen und Verletzungen sowie der daraus resultierenden Verbitterung und Abgeklärtheit aber immer wieder lieblos und ungerecht gegenüber ihren Mitmenschen verhalten. Wie Gott gemäß der Bibel mit unserer Schuld umgeht, wird in der Rubrik 2. überblick dargestellt.


© 2008-∞ weristgott.info | impressum | haftungsausschluss
Wir empfehlen Ihnen, zum Drucken von www.weristgott.info
das PDF-Dokument aus der Rubrik „downloads" zu verwenden!